Für Politiker ist Physik (oder Naturgesetze allgemein) etwas, mit dem man verhandeln, was man verklagen oder bestechen kann.
Das einzige, wo sie Recht haben: Man kann ihre Wähler davon ablenken, in dem man über Migration redet, Naturgesetze als Ideologie bezeichnet oder Döner isst.
Ich erinnere mich an den “Indiana Pi Bill”, der die Quadratur des Kreises legislativ lösen sollte, basiert auf den widersprüchlichen Ausführungen eines Hobbymathematikers, der nach eigener Aussage auf übernatürlichem Wege die Lösung für ein Problem bekommen habe, dessen Unlösbarkeit kurz davor bewiesen wurde.
Der Gesetzesentwurf wurde als Deal angeboten: Besagter Hobbyist hatte seine “Erkenntnisse” unter Urheberrecht gestellt und plante, für die Verwendung Entgelte zu verlangen, bot aber dem US-Staat Indiana an, er dürfe sie unentgeltlich in Lehrbüchern verwenden, wenn er diese “neue Wahrheit” im Gesetz verankere.
Basierend auf willkürlichen Definitionen ergaben sich mindestens zwei verschiedene “korrekte” Werte für Pi (einmal 4, einmal 16/5 = 3,2). Der Entwurf wurde mit Empfehlung des Bildungsausschusses im Repräsentantenhaus einstimmig angenommen und wäre auch im Senat beinahe durchgekommen.
Ein Mathematikprofessor hatte nach dem Beschluss des RH wohl versucht, die Senatoren von der Irrsinngkeit des Vorschlags zu überzeugen. Gescheitert ist der Vorschlag letztlich daran, dass es nicht in der Macht der Legislatur stehe, mathematische Wahrheiten zu definieren, dass sie in den führenden Zeitungen bereits zum Gespött geworden seien und dass es unwürdig sei, solche Vorschläge zu diskutieren. Dementsprechend wurde die Abstimmung auf unbestimmte Dauer vertagt.
Kurzum: Das ganze klang wie ein lukrativer Deal für die Politiker, die sich so wenig um Fakten scherten, dass sie das nicht mal professionell begutachten ließen, sondern erst stoppten, ald es politisch unbeliebt war.
Lesch sagte, er habe Söder in der Vergangenheit zwar “einige Male” beraten. Der CSU-Chef habe danach aber “immer das Gegenteil” gemacht.
Macht mein SO auch immer: Werde immer zu allen möglichen Entscheidungen gefragt, am Ende wird das Gegenteil gemacht. Nur hat eine Haar-, Nagellackfarbe oder die Essensauswahl kaum Einfluss auf irgendetwas wichtiges.
Söder und Konsorten sind Fakten scheinbar egal - er selbst wird ja die Langzeitauswirkungen nicht wirklich mehr mitbekommen und das Wohl seine Kinder und Enkelkinder sind ihm kackegal.
Söder und Konsorten sind Fakten scheinbar egal Stimmt ja gar nicht! Sie nehmen die Fakten als Basis dafür, genau das falsche zu machen! Zumindest erweckt das manchmal genau diesen Eindruck.
Wieso muss man AKWs überhaupt mit Wasser kühlen? Ich dachte, der ganze Sinn eines AKW liegt darin, Wasser zu erhitzen.
Ein AKW ist letztlich auch nur eine Dampfmaschine.

Immer ist gewesen.
Solar? Windkraft?
Solar?
Darf ich Solarthermie Kraftwerke vorstellen?
Aber, fair enough, das Rennen hat Photovoltaik gemacht. Aber damals™ war das ein heißer (ha) Wettbewerber und die Ingenieurswissenschaften neigten dazu, dass Solarthermie besser ist. Dann hat China den Markt übernommen und plötzlich ist PV krass viel effizienter und spottbillig.
Solarthermie kann Sachen, die Photovoltaik schlecht kann, z.B. hohe Temperaturen erzeugen. Ist zur Stromerzeugung nicht so interessant, weil der Wirkungsgrad von Solarzellen inzwischen höher ist, als den Umweg über Wärme und Dampf zu gehen, aber für Industrieprozesse, die hohe Temperaturen brauchen, kann das durchaus sinnvoll sein, wenn man sich den Umweg über die Stromerzeugung spart.
Zum Einen erzeugen AKW so viel Wärme, dass man sie ständig massiv kühlen muss, damit sie nicht kaputt gehen und schmelzen. Denn eine Kernschmelze (wie in Fukushima passiert) ist ein Super-GAU. Das ist ein Unterschied zu anderen Arten von Kraftwerken.
Zum Anderen ist das Aufheizen von Wasser nur ein Zwischenschritt: In Erster Linie möchte man kein heißes Wasser, sondern Strom, eine “höherwertige” Form von Energie, die physikalische Arbeit verrichten kann, und auch praktisch durch Leitungen weit zu transportieren ist. Die wird in der Thermodynamik auch als ‘Exergie’ bezeichnet. Wärmeenergie kann in mechanische Arbeit bzw. Strom umgewandelt werden, aber nur zu einem bestimmten Anteil, und dies geschieht, indem man einen heißen Stoff (nämlich das vom Reaktor aufgeheizte Wasser) abkühlt und eine kältere Substanz (nämlich das Kühlwasser) aufheizt.
Und daher haben AKWs immer diese riesigen Kühltürme, und liegen an Flüssen oder am Meer…
P.S.
Der Umstand, dass Strom / mechanische Arbeit höherwertige Energie ist, als Wärme, ist auch der Grund dafür, dass Wärmepumpen zum Heizen rein energetisch gesehen einen Wirkungsgrad deutlich größer als Eins haben.
Ein abgeschaltetes AKW verbraucht wesentlich weniger Wasser als ein laufendes. Die bei natürlichen Zerfallsprozessen freiwerdende Energie ist sehr viel niedriger als die bei Kernspaltung frei werdenende.
Exergie habe ich noch nie gehört und ist in der Physik unüblich.
Weil sonst Tschernobyl :)
Nein. Das ist lustig, ist aber falsch.
Anderer reaktortyp und so aber meltdown würds trotzdem geben wenn alle kühlung ausfällt oder? Würde halt nich so ausarten und explodieren wie tschernobyl.
Unwahrscheinlich. Die Kernspaltung wird bei Kühlausfall i.d.r. unterbrochen. Dafür gibt es passive und aktive Systeme.
Der wird nur ein bisschen warm. Kommt aber auf Bauart etc. an. Und ein paar hundert grad ist nicht schlimm. Das was noch an Energie abgeführt werden muss müsste ich nachgucken, kann aber nicht viel sein.
Edit: ist wie ein passiv gekühlter Castor Behälter. Nicht anfassen, aber ok.
Eine Unterbrechung der Kernspaltung heißt nicht, dass da keine Wärme mehr frei wird. Der radioaktive Zerfall gerade der kurzlebigen Spaltprodukte im Reaktorbrennstoff setzt große Mengen an Wärme frei.
Die Energie, die bei einem frisch abgeschalteten Leistungsreaktor in Form von Wärme abgeführt werden muss, ist in den ersten paar Tagen enorm. Das ist rein passiv nicht zu kühlen. Siehe Fukushima. Dort ist nämlich die (aktive) Kühlung ausgefallen, weil die Verbindung zum Stromnetz durch das Erdbeben zerstört wurde und die Notstrom-Diesel im Tsunami abgesoffen sind. Auch frisch verbrauchte Brenelemente brauchen aktive Kühlung. Das, was in den Castor reinkommt, hat schon Monate bzw. Jahre in einem aktiv gekühlten Abklingbecken gelagert und entwickelt nicht mehr so viel Zerfallswärme. Deswegen lässt sich das passiv mit Luft kühlen. In Fukushima gab es auch Probleme mit Abklingbecken wegen der ausgefallenen Kühlung.
Der Unfall in Tschernobyl war übrigens Ergebnis eines Sicherheitstests, mit dem nachgewiesen werden sollte, dass auch bei einem Stromausfall und einer Reaktor-Schnellabschaltung die Kühlung des Reaktors lückenlos weiterläuft, (Spoiler: Konnte bei Block 4 aus Gründen nicht nachgewiesen werden) indem die Schwungmasse der auslaufenden Turbogeneratoren noch genug Energie zur Versorgung der Kühlwasserpumpen liefert, bis die Notstrom-Diesel angesprungen, auf Nennleistung hochgefahren sind und die Stromversorgung übernehmen. (Bei der Anlage in Tschernobyl hätte das ca. eine Minute gedauert)
Eine Wärme - Kraftmaschine funktioniert dadurch dass Wärme von einem Wärmeren Reservoir in ein kalteres Transportiert wird. Je größer der Temperaturunterschied desto größer der Anteil der Wärme die in nützliche Energie umgewandelt werden kann.
Das bedeutet jedes Kraftwerk Brauch einen Ort der die Wärme aufnimmt. Das kann zum Beispiel ein Kühlturm sein, also so ein Riesen Beton Teil. Dort wird Wasser verdunstet und dadurch die Wärme abgeführt. Die Alternative, einen Freikühler zu verwenden skaliert nicht gut. Die nächste Alternative wäre die Wärme in den Fluss/See zu leiten, indem man einen Warmetauscher verwendet.
Die Wärmemenge lässt sich zb. Durch Fernwärme signifikant reduzieren.







