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              5 months ago

              Solar?

              Darf ich Solarthermie Kraftwerke vorstellen?

              Aber, fair enough, das Rennen hat Photovoltaik gemacht. Aber damals™ war das ein heißer (ha) Wettbewerber und die Ingenieurswissenschaften neigten dazu, dass Solarthermie besser ist. Dann hat China den Markt übernommen und plötzlich ist PV krass viel effizienter und spottbillig.

              • trollercoaster@sh.itjust.works
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                5 months ago

                Solarthermie kann Sachen, die Photovoltaik schlecht kann, z.B. hohe Temperaturen erzeugen. Ist zur Stromerzeugung nicht so interessant, weil der Wirkungsgrad von Solarzellen inzwischen höher ist, als den Umweg über Wärme und Dampf zu gehen, aber für Industrieprozesse, die hohe Temperaturen brauchen, kann das durchaus sinnvoll sein, wenn man sich den Umweg über die Stromerzeugung spart.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
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      5 months ago

      Zum Einen erzeugen AKW so viel Wärme, dass man sie ständig massiv kühlen muss, damit sie nicht kaputt gehen und schmelzen. Denn eine Kernschmelze (wie in Fukushima passiert) ist ein Super-GAU. Das ist ein Unterschied zu anderen Arten von Kraftwerken.

      Zum Anderen ist das Aufheizen von Wasser nur ein Zwischenschritt: In Erster Linie möchte man kein heißes Wasser, sondern Strom, eine “höherwertige” Form von Energie, die physikalische Arbeit verrichten kann, und auch praktisch durch Leitungen weit zu transportieren ist. Die wird in der Thermodynamik auch als ‘Exergie’ bezeichnet. Wärmeenergie kann in mechanische Arbeit bzw. Strom umgewandelt werden, aber nur zu einem bestimmten Anteil, und dies geschieht, indem man einen heißen Stoff (nämlich das vom Reaktor aufgeheizte Wasser) abkühlt und eine kältere Substanz (nämlich das Kühlwasser) aufheizt.

      Und daher haben AKWs immer diese riesigen Kühltürme, und liegen an Flüssen oder am Meer…

      P.S.

      Der Umstand, dass Strom / mechanische Arbeit höherwertige Energie ist, als Wärme, ist auch der Grund dafür, dass Wärmepumpen zum Heizen rein energetisch gesehen einen Wirkungsgrad deutlich größer als Eins haben.

      • Gladaed@feddit.org
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        5 months ago

        Ein abgeschaltetes AKW verbraucht wesentlich weniger Wasser als ein laufendes. Die bei natürlichen Zerfallsprozessen freiwerdende Energie ist sehr viel niedriger als die bei Kernspaltung frei werdenende.

        Exergie habe ich noch nie gehört und ist in der Physik unüblich.

        • unexposedhazard@discuss.tchncs.de
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          5 months ago

          Anderer reaktortyp und so aber meltdown würds trotzdem geben wenn alle kühlung ausfällt oder? Würde halt nich so ausarten und explodieren wie tschernobyl.

          • Gladaed@feddit.org
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            5 months ago

            Unwahrscheinlich. Die Kernspaltung wird bei Kühlausfall i.d.r. unterbrochen. Dafür gibt es passive und aktive Systeme.

            Der wird nur ein bisschen warm. Kommt aber auf Bauart etc. an. Und ein paar hundert grad ist nicht schlimm. Das was noch an Energie abgeführt werden muss müsste ich nachgucken, kann aber nicht viel sein.

            Edit: ist wie ein passiv gekühlter Castor Behälter. Nicht anfassen, aber ok.

            • trollercoaster@sh.itjust.works
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              5 months ago

              Eine Unterbrechung der Kernspaltung heißt nicht, dass da keine Wärme mehr frei wird. Der radioaktive Zerfall gerade der kurzlebigen Spaltprodukte im Reaktorbrennstoff setzt große Mengen an Wärme frei.

              Die Energie, die bei einem frisch abgeschalteten Leistungsreaktor in Form von Wärme abgeführt werden muss, ist in den ersten paar Tagen enorm. Das ist rein passiv nicht zu kühlen. Siehe Fukushima. Dort ist nämlich die (aktive) Kühlung ausgefallen, weil die Verbindung zum Stromnetz durch das Erdbeben zerstört wurde und die Notstrom-Diesel im Tsunami abgesoffen sind. Auch frisch verbrauchte Brenelemente brauchen aktive Kühlung. Das, was in den Castor reinkommt, hat schon Monate bzw. Jahre in einem aktiv gekühlten Abklingbecken gelagert und entwickelt nicht mehr so viel Zerfallswärme. Deswegen lässt sich das passiv mit Luft kühlen. In Fukushima gab es auch Probleme mit Abklingbecken wegen der ausgefallenen Kühlung.

              Der Unfall in Tschernobyl war übrigens Ergebnis eines Sicherheitstests, mit dem nachgewiesen werden sollte, dass auch bei einem Stromausfall und einer Reaktor-Schnellabschaltung die Kühlung des Reaktors lückenlos weiterläuft, (Spoiler: Konnte bei Block 4 aus Gründen nicht nachgewiesen werden) indem die Schwungmasse der auslaufenden Turbogeneratoren noch genug Energie zur Versorgung der Kühlwasserpumpen liefert, bis die Notstrom-Diesel angesprungen, auf Nennleistung hochgefahren sind und die Stromversorgung übernehmen. (Bei der Anlage in Tschernobyl hätte das ca. eine Minute gedauert)

    • Gladaed@feddit.org
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      5 months ago

      Eine Wärme - Kraftmaschine funktioniert dadurch dass Wärme von einem Wärmeren Reservoir in ein kalteres Transportiert wird. Je größer der Temperaturunterschied desto größer der Anteil der Wärme die in nützliche Energie umgewandelt werden kann.

      Das bedeutet jedes Kraftwerk Brauch einen Ort der die Wärme aufnimmt. Das kann zum Beispiel ein Kühlturm sein, also so ein Riesen Beton Teil. Dort wird Wasser verdunstet und dadurch die Wärme abgeführt. Die Alternative, einen Freikühler zu verwenden skaliert nicht gut. Die nächste Alternative wäre die Wärme in den Fluss/See zu leiten, indem man einen Warmetauscher verwendet.

      Die Wärmemenge lässt sich zb. Durch Fernwärme signifikant reduzieren.