Im Prozess gegen die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette ist heute am Landgericht Verden das Urteil gefallen. Klette wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt.

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    3 months ago

    Solidarität mit einer Terroristin fordern, ist schon sehr verwegen. Ist mir da egal ob links, rechts, islamisch oder christlich. Andere Menschenleben für die eigenen Ideen/Visionen/Ismen opfern, finde ich abscheulich.

    • Helix 🧬@feddit.org
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      3 months ago

      Welche bzw wie viele Menschenleben hat sie denn für ihre Ideologie geopfert? Zählst du die angebliche mutmaßliche Traumatisierung von Wachmännern als Opferung von Leben? Abgesehen davon dass ja nicht mal bewiesen ist, dass Fr. Klette da dabei war, und ich im Artikel auch nichts dergleichen lesen konnte.

      Terroristen hin oder her, wenn wir den Rechtsstaat der Verfolgung von ein paar wenigen Menschen opfern, ist das auch kein Gewinn.

      • DrunkenPirate@feddit.org
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        3 months ago

        Also wenn du das als angebliche Traumatisierung zählst

        Einer von ihnen musste psychologisch stationär behandelt werden und ist den Angaben zufolge arbeitsunfähig.

        Dann hast du entweder (a) keine Ahnung was psychologisch stationär bedeutet, denn da ist nix fake, da bist du hinüber oder (b) du bist auch ein menschenverachtendes Arschloch, weil es dir egal ist. Hauptsache die Klette ist die Gute.

        • Helix 🧬@feddit.org
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          3 months ago

          Ich sagte nicht, dass Klette nicht kriminell gehandelt hat, “die Gute” sei oder die Leute nicht tatsächlich traumatisiert sein könnten. Ich weiß es eben nur nicht, deswegen das Wort angeblich (wie angegeben).

          Vielleicht war es etwas unglücklich formuliert. Ich hätte vermutlich “mutmaßlich” statt “angeblich” schreiben sollen, um nicht als menschenverachtendes Arschloch dargestellt zu werden. Das tut mir leid.

          Noch einmal die Frage: ist ein psychisches Trauma für dich eine Opferung von Menschenleben? Wenn ja, warum? Sollten wir es dem traumatisierten Wachmann als Gesellschaft nicht möglich machen, auch ohne Arbeitsfähigkeit ein erfülltes Leben zu haben?

          • smokeysnilas@feddit.org
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            3 months ago

            ist ein psychisches Trauma für dich eine Opferung von Menschenleben?

            Ja natürlich

            Sollten wir es dem traumatisierten Wachmann als Gesellschaft nicht möglich machen, auch ohne Arbeitsfähigkeit ein erfülltes Leben zu haben?

            Das geht schlicht einfach nicht. Das ganze medizinische und psychologische Wissen der Menschheit reicht dafür nicht aus. Man kann allerhöchstens das Leiden etwas lindern durch Therapie und Unterstützungsleistungen usw. Aber ein erfülltes Leben so wie vorher bzw. im unbelasteten Zustand lässt sich niemals wiederherstellen. Und das hängt auch nicht in erster Linie an der Arbeitsfähigkeit, sondern andersrum die AU kommt weil der Mensch kaputt ist.

            • Helix 🧬@feddit.org
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              3 months ago

              Das ganze medizinische und psychologische Wissen der Menschheit reicht dafür nicht aus. Man kann allerhöchstens das Leiden etwas lindern durch Therapie und Unterstützungsleistungen usw.

              Schade, dass die traumatisierten Menschen so wenig Unterstützung bekamen.

              Ich denke, Frau Klette stimmt Dir dabei zu, dass Wachpersonal hier Leidtragende sind:

              Sowohl Kassenpersonal als auch Geld- und Werttransportbedienstete sind Proletarier und keine Feinde.

              Und auch Garweg lässt laut Klette verlauten:

              Traumatisierungen von Kassiererinnen und Geldboten sind zu bedauern.

              Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/523153.ungekürzte-fassung-des-plädoyers-von-daniela-klette-vor-dem-landgericht-verden.html

              • smokeysnilas@feddit.org
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                3 months ago

                Schade, dass die traumatisierten Menschen so wenig Unterstützung bekamen.

                In der Medizin und Psychologie wird extrem viel zu Traumabewältigung und sowas geforscht, aber was du dir vorstellst geht halt einfach bisher nicht. Auch in der Wissenschaft und in der menschlichen Natur gibt es halt Grenzen. Das liegt nicht an zu wenig Unterstützung, alle Unterstützung der Welt kann das nicht ändern.

                Ich denke, Frau Klette stimmt Dir dabei zu, dass Wachpersonal hier Leidtragende sind

                Bloß war ihr die eigene finanzielle Versorgung halt wichtiger, sonst hätte sie die Taten ja nicht begangen. Es war ja nicht ohne Alternative, sie hätte andere Mittel finden können, zum Beispiel arbeiten, vielleicht im Ausland wo man sie nicht so intensiv sucht. Oder halt einfach sich stellen bei der Polizei und freiwillig einfahren. Hat sie aber nicht, das Leid des Wachpersonals war ihr lieber als Einschränkung für sich selber.

            • Helix 🧬@feddit.org
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              3 months ago

              Ja natürlich

              Beantwortest du mir noch, warum? Ich hätte Opferung von Menschenleben eher so gelesen, dass Leute gestorben sind. Die leben ja aber noch.

              • smokeysnilas@feddit.org
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                3 months ago

                Opfern bedeutet etwas oder jemanden zum Opfer machen. Die Gesundheit des Wachmanns ist halt von Frau Klette für ihre eigenen Interessen geopfert und damit sein Leben unwiederbringlich zerstört worden. Da passt doch “geopfert” dem Wortsinn nach ganz gut. Auch wenn man danach noch atmet kann man doch trotzdem Opfer bzw. geopfert worden sein? Wenn das Leben unwiederbringlich zerstört wurde, dann spielt es für den Opferstatus doch keine Rolle ob die Person jetzt ein traumatisierter Pflegefall oder ganz tot ist?

                Der Duden hat noch mehr Definitionen. Zum Beispiel “sein Leben für jemanden ganz einsetzen”, um mal aufzuzeigen dass der Begriff auch ohne Todesfolge funktioniert.

                • Helix 🧬@feddit.org
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                  3 months ago

                  Ist das Leben wirklich unwiederbringlich zerstört wenn die Person nicht mehr als Wachmann arbeiten kann?

                  Also irgendwie finde ich das etwas ableistisch. Jemand den ich kenne ist in einem Autounfall querschnittsgelähmt worden und lebt sein Leben auch noch, die Person sagte mir mehrfach dass sie froh ist, nicht dabei gestorben zu sein und ihr der Rollstuhl 100x lieber wäre.

                  So können sich die Ansichten unterscheiden. Ich hoffe einfach mal, dass die Menschen, die ein Trauma als Lebensende sehen, niemals ein Trauma erleiden, und dass der Wachmann das anders sieht.

                  Das Wachpersonal wurde nämlich laut Klette auch unzureichend versorgt:

                  es ist bemerkenswert, dass sie im Fall eines Überfalls erst mal stundenlang alleine oder zu zweit im Auto ausharren müssen. Immer noch zum Schutz des Geldes, obwohl schon alles voll mit Polizei ist, anstatt dass sie eine psychologische Erstversorgung erhalten hätten.

                  Und Urlaub zur Erholung wurde unterbunden:

                  Ich [halte] es für möglich und generell gerechtfertigt [], falls Betroffene sich nach so einem Raub beziehungsweise Raubversuch auf diesem Weg das Recht auf einen längeren bezahlten Urlaub genommen hätten. Dass so etwas vorkommt, belegte die Aussage des Fahrers Whitley, dessen Chef direkt nach dem Überfall in Duisburg eingriff, um so etwas einen Riegel vorzuschieben.

                  Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/523153.ungekürzte-fassung-des-plädoyers-von-daniela-klette-vor-dem-landgericht-verden.html

        • foenkyfjutschah@programming.dev
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          3 months ago

          aber sind die ganzen wachmänner nicht schon bei der bundeswehr traumatisiert worden?

          zu deiner korrekten eingangskritik: du vergißt wie ein ganzes ausbeutungs- und bespaßungsmodell das leben der meisten organismen in den nächsten gut hundert jahren unmögllich gemacht haben wird. sind da verschreckte wachmänner oder früher halt noch totgeschossene SS-offiziere und ihre entourage wirklich so abscheu evozierend?

    • unexposedhazard@discuss.tchncs.de
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      3 months ago

      Terrorismus ist ein recht nutzloser Begriff. Im Auge deines Gegners bist du immer Terrorist…

      Jeder Widerstandskämpfer in der Geschichte der Menschheit war in den Augen des Unterdrückers ein Terrorist. Die französische Revolution war eine Terrorkampagne in den Augen der Aristokratie. Die RAF steht heute nur als Terrorgruppe in den Geschichtsbüchern weil sie nicht erfolgreich waren in ihrem Umsturz des deutschen Kapitalismus.

      Der Kapitalismus bringt jedes Jahr hundert mal so viel Leute um wie die RAF.
      So lange das so ist wird es immer Menschen geben die willig sind einen auf Luigi zu machen.

      • Helix 🧬@feddit.org
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        3 months ago

        Der Kapitalismus bringt jedes Jahr hundert mal so viel Leute um wie die RAF.

        Wird vermutlich untertrieben sein und eher in die hunderttausendfache Anzahl gehen. Schau dir doch mal an was Trump mit USAID gemacht hat. Da sind sofort Leute gestorben. Viele.

        • unexposedhazard@discuss.tchncs.de
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          3 months ago

          Ah ups, ich meinte in Deutschland. Hängt natürlich davon ab wie man das berechnen will, aber 3300 Leute sterben hierzulande sicher frühzeitig durch unsere korrupte Auto, Umwelts und Gesundheitspolitik. Wahrscheinlich eher deutlich mehr.

          • Helix 🧬@feddit.org
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            3 months ago

            Und 0 Leute jährlich sterben aktuell durch die RAF.

            Ich fände es irgendwie besser wenn ein paar dutzend Bonzen durch die RAF stürben als die 3300 Leute durch die genannten Gründe.

            Vulkanier-Mentalität eben. Ein paar Guillotinen für das Wohl der Menschheit.

      • SomeOneWithA_PC@feddit.org
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        3 months ago

        Wobei ich doch sagen würde, das man Terror recht gut definieren kann und danach unterscheiden ob jemand bzw eine Tat fälschlicherweise als Terrorist/Terror bezeichnet wird. Terror ist für mich etwas, was auf die Zivile Gesellschaft im allgemeinen abzielt.

        • unexposedhazard@discuss.tchncs.de
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          3 months ago

          Wikipedia sagt:

          Unter Terrorismus versteht man kriminelle Gewaltaktionen gegen Zivilisten, […], mit denen politische, ideologische oder soziale Ziele erreicht werden sollen.

          Also ja, nach dieser Definition war die RAF Terroristen. Aber eben halt auch ganz viele andere Leute die wir heute als Helden ansehen. Also präziser wäre es zu sagen, nicht aller Terrorismus ist moralisch verwerflich. Wenn der Staat einem Zivilisten über Jahre hinweg erlaubt indirekt aber bewusst Menschen zu töten (wie z.B. der besagt healthcare CEO in den USA), dann ist Selbstjustiz halt alles was bleibt.