🤡

  • rbn@sopuli.xyz
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    2 months ago

    Ernst gemeinte, von Spahns Aussage unabhängige Frage, da ich es wirklich nicht besser weiß: Wenn “queer” ein Sammelbegriff für alle Nicht-Cis-Identitäten ist, wieso ist es dann ein eigener, gleichwertiger Buchstabe in LGBTQIA+? Wenn Gay und Queer da auf der logisch gleichen Ebene stehen impliziert das ja eigentlich schon, dass es so vorgesehen sei, dass Leute sich als “nur Gay, aber nicht Queer” sehen, oder? Sonst könnte man ja entweder das Q weglassen oder nur “Queer” statt des Akronyms sagen.

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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      2 months ago

      Queer ist nicht nur ein Sammel- oder Oberbegriff für alle nichtbinären, nicht-cis und non-hetero Identitäten, sondern auch ein Auffangbegriff und inkludiert auch diverse andere Lebens- und Liebesmodelle, die nicht dem heteronormativen Bild entsprechen. Dazu gehören z.B. auch genderfluide Identitäten oder polyamoröse Beziehungen.

      Das einzeln aufgeführte Q ist allerdings auch historisch gewachsen. Das Kürzel kam ursprünglich als LGB im Zusammenhang mit einer Sammelbewegung gegen die Diskriminierung sexueller Orientierungen auf. Bald danach haben sich transidente Personen angeschlossen und das T wurde an das Kürzel angehängt.
      In den 1990ern kam die Queer-Theorie auf, die als Kulturtheorie die Auflösung von Machtverhältnissen, Identitäten und Normen vor allem im Zusammenhang mit Geschlecht und Sexualität, aber auch Klasse und Rasse (dem amerikanischen Race-Begriff, wohlgemerkt, nicht die europäische Rassentheorie) untersucht und anstrebt.
      Im Zuge dessen wurden auch andere queere Identitäten für die LGBT-Bewegung relevant, schlossen sich ihr an und das Q wurde der Abkürzung hinzugefügt. Ursprünglich hatte das Q also eine ähnliche Funktion wie das heutige + oder * am Ende der Abkürzung. Weil das ein bisschen doppelt gemoppelt ist, wird das Q heute ab und an auch als Questioning neu gedeutet (wobei das wirklich nur ab und an der Fall und keineswegs die Regel ist).

      Nachtrag: heute verwenden auch viele den Begriff queer für sich als Label, die die anderen Begriffe für sich als zu eng oder nicht ganz passend empfinden.